Pecha Kucha? Nichts für Kuscher. — Teil 4 und Ende.

Lesen Sie den ersten Teil hier,  den zweiten Teil hier und den dritten Teil hier.

Auftritt – Mut und Training

Lampenfieber verhindert eindeutig, dass man sich gut fühlt auf der Bühne. Abgesehen von Proben ist es wichtig, die Situation zu kennen und zu analysieren. Vor allem den Raum zu kennen und erfahren zu können, bevor man sich in das Abenteuer stürzt. Darum sind Pecha-Kucha-Veranstaltungen so angenehm: Sie laufen immer wieder nach einem bestimmten Schema ab – oft auch am gleichen Ort. Und sie ermutigen dazu, mutig zu sein! Sich als Pecha-Kucha-Redner anzumelden bedeutet, sich die Geschichte von Paul Potts zum Vorbild zu machen. D.h. die Angst zu überwinden und zu sehen – es kann anders kommen: Wer über den eigenen Schatten springt und findet möglicherweise Spaß daran, andere Menschen auf der Bühne zu begeistern. Um sich auf der Bühne gut zu fühlen und gut auszusehen, muss man jedoch eines auf jeden Fall tun: proben bzw. trainieren.

Der dritte Schritt, Training bzw. Proben, sind wichtig, um überhaupt ein Gespür für die eigene Befindlichkeit und Belastbarkeit zu finden. Dazu ein Vergleich: Ich bin unsportlich, aber seit einem guten Jahr laufe ich. Zuletzt habe ich die 10km-Distanz trainiert und an zwei offiziellen Läufen teilgenommen. Im Wettkampf selbst hatte ich durchaus Herzrasen und mir war mulmig zumute. Das Gefühl war durchaus dem bei einem Vortrag auf einer Bühne ähnlich. Durch das regelmäßig Lauftraining wusste ich aber, dass ich die 10km schaffen konnte und zwar in etwa 59 Minuten. Und deshalb konnte ich Herzrasen und mulmiges Gefühl besser einschätzen bzw. die Befindlichkeit hat mich nicht aus der Ruhe gebracht. Präsentationen zu proben und auch tatsächlich aufzutreten (z.B. bei einer Pecha-Kucha-Veranstaltung oder einer anderen selbst gewählten Herausforderung, für die es Mut braucht), ist ebenso effektiv: Irgendwann tut’s nicht mehr weh, und man hat sich an das Gefühl gewöhnt.

Copyright Daniel Clahes.Und das ist wichtig. Denn egal – ob die Hand zittert und das Herz schlägt: Im Moment auf der Bühne möchte ich mich weiterhin auf meine Kernbotschaft konzentrieren können und nicht daneben schießen. Wenn ich mich gut und sicher fühle, fällt es mir als RednerIn leichter, die Verantwortung für das gute Gefühl und den Spaß meiner Zuschauer zu übernehmen. Deshalb auch meine Begeisterung für Pecha Kucha: Es ist leichter, diese Verantwortung erst einmal ’nur‘ für 6 Minuten 40 Sekunden zu übernehmen, anstatt in einer einstündigen Rede. Ich fand es jedenfalls auch leichter, erst einmal 10km zu laufen anstatt gleich einen Marathon zu versuchen.


"Du siehst super aus." Copyright Sabine Hippeli.

Fazit

Super aussehen und sich super dabei fühlen, d.h. Spaß zu haben als Redner und so dem Publikum die Möglichkeit zu bieten, sich ebenfalls zu begeistern: Das ist der Grund, warum man den spannenden Moment des Unwohlseins so oft wie möglich auf der Bühne ausprobieren sollte. Im Pecha-Kucha-Format ist das aufgrund des sportlichen PowerPoint-Sprints besonders unterhaltsam – und man lernt viel daraus für die weitere ‚Rednerkarriere‘.

Und wenn Sie sich nicht auf die offiziellen Pecha-Kucha-Bühnen trauen möchten, dann überraschen Sie doch Ihre Kollegen im nächsten Meeting mit einem kurzen knackigen Gesamtkunstwerk, das in Erinnerung bleibt.

Der gesamte Text als PDF-Download: PDF.

2 Gedanken zu „Pecha Kucha? Nichts für Kuscher. — Teil 4 und Ende.

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