re:publica 2011

Mein erstes Mal – so war’s bei mir.

Nähe und Distanz

3000 Menschen drei Tage lang auf einem Fleck – und alle eint das Interesse an Blogs, sozialen Medien und der digitalen Gesellschaft. Dass sich so viele Digitale in der Kohlestoffwelt treffen und mit geballter sozialer Kompetenz vor Ort finden, unterhalten, austauschen und einander vorstellen: das ist großartig und funktioniert hervorragend. Wie so viele andere Blogbeiträge schon resümierten: alleine dafür lohnt sich dieses Event.

Die weniger digital-affinen Menschen aus unserem Umfeld zweifeln oft daran, dass über Twitter und/oder Facebook Nähe entstehen kann. Ich behaupte: Wen ich über Twitter aus der ‚Ferne‘ als interessant erlebe, der ist es auch im echten Leben aus der Nähe betrachtet. Seine ‚Kontakte‘ werden zu meinen Kontakten. Die 30 bis 50 Leute, die ich ohnehin schon ‚in echt‘ kannte, haben mir jeweils 1 bis 10 neue Menschen vorgestellt. Kurz hochrechnen… Aus diesem Grund musste ich mich zwei Mal in den drei Tagen absentieren, um nicht ‚overwhelmed‘ zu sein.

Sehr gut zum Aspekt Nähe und Distanz passt auch das, was Thomas Pfeiffer in seiner Session Wenn Linke Linke verlinken vorstellte – die ich übrigens gut fand. Also die allseits bekannten Aspekte ‚Strength of Weak Ties‘ (Mark Granovetter) und ‚Six Degrees of Separation‘ (Stanley Milgram). Kurzum: Wir alle zusammen haben bei der re:publica bewiesen, dass die Ansätze der Netzwerktheorie (für Bücherfreunde mit Zeit, Hirn und Englischkenntnissen hier nachzulesen) sehr praktisch hyperlokal umgesetzt werden können. Die Timeline gibt es jetzt auch zum Anfassen.

Qualität und Quantität

Ob’s mehr oder weniger hätte sein sollen oder wie die Vorträge auf der re:publica qualitativ im Vergleich zum Vorjahr oder zu anderen Veranstaltungen einzuschätzen sind – das mag ich als Newbie nicht sagen. Den Vortrag von Gunter Dueck habe ich wegen einer selbst auferlegten dreistündigen re:publica-Pause versäumt, aber natürlich auf YouTube angesehen. Dass dieser Vortrag live auf der re:publica stattgefunden hat, war eine Sternstunde für die Nachwelt. Aus folgendem Grund: Trotz oder gerade wegen der eigenwillig unprätentiösen Vortragsweise wirkt Dueck ähnlich sympathisch und vertrauenswürdig wie Sir Ken Robinson. Und wie dieser hat Dueck etwas zu sagen, das in diesem Fall uns Digitale anspricht, das aber auch die anderen „da draußen“ interessieren kann und wird – wenn es ihnen jemand wie Dueck sagt. Und da sind wiederum „wir“ gefragt. Wir können dafür sorgen könnten, dass man ihm zuhört, ihn als Redner und vielleicht als Talkshow-Gast einlädt. Wenn wir ihn nur ordentlich hypen. So viel zum Thema Qualität, der wir eine quantitative Reichweite verschaffen könnten. Go for it.

Copyright Caroline Kliemt

Oxytocin

Das ‚Kuschelhormon‘. Es wurde auf der re:publica zweimal in Sessions erwähnt. Ich erinnere jedoch nur noch den Kontext, in dem es Jaclyn Friedman erwähnte. Sie bezog sich offensichtlich auf die hier erwähnte Studie, die herausfand (ok, mit nur einem Probanden ;-)), dass beim Twittern (ok, über Tweetdeck ;-)) der Oxytocin-Pegel im Blut steigt, als würde man direkt – d.h. im Echtleben – mit Menschen, die man mag und für die man Empathie empfindet, kommunizieren. Kein Wunder also, dass genau das passierte, was ich eingangs beschrieb. Ich erinnere mich gerne an die drei Tage re:publica 2011. Mein erstes Mal. So war’s bei mir.

Oxytocin FTW.

3 Gedanken zu „re:publica 2011

  1. Pingback: dagger.twoday.net

Hier kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s