Pecha Kucha? Nichts für Kuscher. — Teil 1.

Warum Pecha Kucha ein tolles Präsentationsformat ist – und was man davon für Präsentationen allgemein lernen kann.

Was ist Pecha Kucha ぺちや  くちや?

 

Worum es ursprünglich ging

Pecha Kucha (jap. „Geplauder“) war ursprünglich als ein Veranstaltungsforum für Kreative gedacht. Dort sollten Künstler, Architekten und Musiker einem breiten Publikum ihre Ideen vorstellen können, d.h. das, wofür sie ‚brennen‘. Damit die Sprecher in ihrer Begeisterung nicht gnadenlos ihre Redezeit überbeanspruchten, kamen die Organisatoren auf die Lösung einer Kurz-Präsentation: 20 Folien, die je 20 Sekunden gezeigt und automatisch weitergeschaltet werden. Somit hat jeder Sprecher – egal wer er oder sie ist – genau 6 Minuten und 40 Sekunden Zeit. Eine Variante (und ein anderes weltweites Veranstaltungsnetzwerk) sind Ignite-Speeches, die noch flotter sind: 20 Folien à 15 Sekunden, d.h. insgesamt 5 Minuten.

Auch wenn Sie Pecha Kucha noch nie live erlebt haben, eines wird Ihnen sicherlich jetzt schon klar: Für die/den RednerIn ist das eine sportliche Herausforderung.

Um sich ein Bild zu machen, können Sie sich Beispiele auf Youtube ansehen (dort „Pecha Kucha“ suchen) bzw. sich auf den Seiten der deutschen Pecha-Kucha-Nights (z.B. Berlin und Köln oder München) informieren. Diese englischsprachige Präsentation gibt ebenfalls einen guten Überblick: .

Was begeistert mich an Pecha Kucha?

Pecha Kucha macht Spaß! Jedenfalls habe ich das als Zuschauer bei Pecha-Kucha-Nights in Berlin bisher so erlebt. Als Präsentationsberaterin bin ich der Meinung: Präsentieren sollte grundsätzlich immer Spaß machen – und zwar nicht nur dem Publikum, sondern vor allem dem Redner. Die Frage ist: Wodurch kommt die Präsentier-Freude bei Pecha Kucha auf und wie kann man diese auch auf andere, längere Präsentationen übertragen?

6 Minuten 40 bedeuten: Es kommt keine Langeweile auf, selbst wenn das Thema oder der Redner ausnahmsweise weniger faszinieren. Meistens stellt sich aber ohnehin der großartige Effekt ein, dass man als Zuschauer denkt: „Och, schade! Schon vorbei?!“ und noch mehr erfahren möchte. D.h. die extreme Reduktion macht neugierig auf das, was da noch ist.

Pecha Kucha ist „Design“. Was ist Design? Etwas, das gut aussieht, einen klaren Wiedererkennungswert hat und intuitiv bedient werden kann. Pecha Kucha Präsentationen arbeiten mit Bildern anstatt mit Textfolien. Das bedeutet für mich als Redner: Das Design arbeitet für mich. Denn in den meisten Fällen schaut das Publikum gerne hin und ist gespannt auf die Visualisierung. Im Zusammenspiel mit meinen Worten entsteht ein Gesamtkunstwerk.

Pecha Kucha bringt Spaß auf Seiten des Publikums. Zu Pecha-Kucha-Veranstaltungen kommen Menschen, um unterhalten zu werden, etwas zu sehen und zu hören zu kriegen. In Spiegel-Online wurden die Pecha-Kucha-Präsentatoren als die „Popstars des Power-Point“ bezeichnet. Und das ist gut so: Denn das wichtigste Präsentationsmedium ist der Mensch. D.h. wenn ich präsentiere, sollte ich nie vergessen, dass ich Menschen begeistern und mitreißen möchte.

Lesen Sie Teil 2 bis 4 von „Pecha Kucha? Nichts für Kuscher“ in den kommenden Tagen.

Oder lesen Sie bereits jetzt den gesamten Text als PDF: PDF.

2 Gedanken zu „Pecha Kucha? Nichts für Kuscher. — Teil 1.

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